Deutsche Doggen vom Regenbogental
|
|
Erworbene Augenkrankheiten
Erworbene Augenkrankheiten manifestieren sich erst später im Leben eines Tieres. Einige Krankheiten werden für den Hundezüchter oder -besitzer sogar erst im Alter von acht und mehr Jahren erkennbar, was die züchterische Prophylaxe solcher Krankheiten natürlich erheblich erschwert.
EntropiumUnter Entropium versteht man das Einrollen
eines Lides. In der Regel ist das Unterlid betroffen. Solange die Welpen
ihre Augen noch geschlossen haben, ist die Lidstellung normal. Nach dem
Öffnen der Augen kommt es dann aber bald zum Einrollen und damit
verbunden zu einer mehr oder weniger starken Reizung des Auges. Im
besten Fall äussert sich das Entropium nur durch vermehrtes Tränen des
betroffenen Auges. Es kann aber auch zu Hornhautveränderungen führen .
Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Hornhautgeschwür, welches sogar
durchbrechen kann, was den Verlust des Auges bedeutet ).
EktropiumDas Ektropium äussert sich durch ein
starkes Herunterhängen der Lider .
DistichiasisUnter Distichiasis versteht man Wimpern, welche direkt am Lidrand wachsen, und dadurch ständig auf der Hornhaut reiben ). Dies führt zu vermehrtem Zwinkern und zu Tränenfluss. Oft sind die Symptome so gering, dass der Besitzer die Veränderung nicht wahr nimmt. In solchen Fällen ist auch eine Behandlung nicht notwendig. Bei stärkerer Reizung können solche Wimpern durch einen operativen Eingriff entfernt werden.
Nasenfalten / TrichiasisDie sogenannten brachycephalen Hunderassen
zeichnen sich durch einen extrem kurz gezüchteten Kopf aus. Zu ihnen
gehören die Pekingesen, die Möpse, Bulldoggen und andere. Bei ihnen
wurde durch gezielte Selektion der Gesichtsschädel verkürzt. Die
Weichteile haben diese Entwicklung aber nicht im selben Masse
mitgemacht. So wirft sich die Haut der Nase in grossen Falten auf . Die
Haare dieser Nasen-, bzw. Gesichtsfalte reiben dauernd auf der Hornhaut
dieser Tiere. Die meisten von ihnen haben denn auch bereits in jungen
Jahren Hornhautveränderungen. Nicht selten kommt es bei ihnen zu akuten
Hornhautgeschwüren, welche nicht selten durchbrechen, wenn sie nicht
rechtzeitig und intensiv behandelt werden .
Erworbene Katarakte (Star)Bei einer grossen Zahl von Hunderassen ist
der vererbte graue Star bekannt. Während in einigen Fällen nur kleine
Teile der Linse davon betroffen sind, sind die Auswirkungen auf das
Sehvermögen gering . In anderen Fällen aber wird die ganze Linse getrübt
und der Hund erblindet . Dann muss versucht werden die trübe Linse
operativ zu entfernen und durch eine Kunstlinse zu ersetzen . Dieser
Eingriff ist mittlerweile Routine geworden.
LinsenluxationBei einigen Hunderassen, hauptsächlich
Terrier, kann sich die Linse im Alter von ungefähr 4 Jahren aus ihrer
Verankerung lösen und bewegt sich dann frei im Augeninneren. Meistens
liegt die Linse dann unmittelbar hinter der Hornhaut . Damit ist ein
normales Sehen nicht mehr möglich. Ausserdem kommt es zum Druckanstieg
im Auge, zum grünen Star. Das Sehvermögen kann nur erhalten werden,
wenn die Linse so bald als möglich operativ entfernt wird. Dabei darf
nicht zuviel Zeit vergehen. Oft sind schon nach wenigen Tagen die
Chancen für eine erfolgreiche Operation schon drastisch reduziert. Bei
Tibet Terriern, Fox Terriern, Jack Russell Terriern, Jagdterrieren etc.
darf also eine Augenveränderung niemals auf die leichte Schulter
genommen werden. Die Besitzer müssen immer die Möglichkeit einer
Linsenluxation in Betracht ziehen, und rasch einen Spezialisten
aufsuchen. Dies gilt vor allem für Hunde, welche jünger als 6 Jahre
sind.
Netzhautdegeneration (PRA)Unter dem Begriff PRA fasst man eine
Vielzahl von unterschiedlichen Netzhautdegenerationen zusammen, welche
allesamt zur Erblindung führen. Man unterscheidet eine Frühform, bei
welcher die Hunde bereits mit 12 Monaten blind werden, und eine Spätform,
bei der erste Sehstörungen erst im Alter von 3-6 Jahren auftreten.
Diese letzte Form ist bei uns am häufigsten und wird rezessiv vererbt.
Das heisst Hunde mit PRA können durchaus normale Eltern und Geschwister
haben. Die Eltern sind in diesem Fall Träger der Anlage. |